Aktuell: Die Einlagerung von Industrieabfällen wird zu einem Dauerrisiko

Bild von Elias Sch. auf Pixabay

In der ehemaligen Kaligrube Teutschenthal hat es eine Explosion gegeben, bei der zwei Arbeiter verletzt wurden.

von Walter Hölzel

In der Grube Teutschenthal wird kein Kalibergbau mehr betrieben, sie dient der Einlagerung von giftigen Industrieabfällen wie Filterstaub und Asche. Diese Abfälle werden aus ganz Europa angeworben. Sie dienen angeblich der Stabilisierung des Bergwerks.

Anwohner haben schon früher beklagt, dass aus dem Abwetterschacht der Grube bei Angersdorf übelriechende Gase (Ammoniak) und Filterstäube ausgeblasen worden seien. Als Folge seien gesundheitliche Probleme wie Kopfschmerz, Übelkeit und Blutungen aufgetreten (1).

Der Ammoniakgeruch könnte darauf hinweisen, dass dort eingelagerte Industrieabfälle mit Wasser in Berührung gekommen sind. Dabei kann auch gasförmiger Wasserstoff entstehen, der mit Luft explosionsfähige Gemische bildet. Die TAZ berichtet, dass auch das zuständige Landesbergamt Wasserstoff als Explosionsursache vermutet (2).

Auch im Werk Werra der K+S AG werden giftige Industrieabfälle aus ganz Europa eingelagert. Auch hier soll der Versatz mit Industrieabfall der Bergsicherheit dienen. So werden aus „Abfällen zur Entsorgung“ dann „Abfälle zur Verwertung“, die mit wesentlich geringeren Umweltauflagen in den Bergwerken deponiert werden können. Ein französisches Verwaltungsgericht hatte allerdings schon 2007 die „Verwertungsfiktion“ angezweifelt und den Export französicher Industrieabfälle für dier „Verwertung“ in deutschen Bergwerken untersagt.

Die K+S AG betreibt in diesem Grubenfeld sogar die weltweit größte Untertagedeponie für „besonders überwachungsbedürftige Abfälle“. Dort hat es 2017 gebrannt, was ebenfalls auf Wasserkontakt zurückgeführt werden könnte.

Alle Grubenteile der hessischen und thüringischen Bergwerke an der Werra sind untereinander verbunden. Es gibt auch offene Verbindungen mit denjenigen Bereichen, in denen K+S Salzabwässer „zwischenlagert“ oder wo Wassereinbrüche stattfinden. Die zuständigen Behörden gehen allerdings davon aus, dass die Verbindungsstollen im Katastrophenfalle abgedichtet wercden können. In der Grube Asse II, dem Endlager für radioaktive Abfälle, ist eine solche Abdichtung offensichtlich nicht gelungen. Dabei hätte es dort wirklich genügend Anlass gegeben, eine eventuell vorhandene sichere Abdichtungstechnik auch anzuwenden.

In der Schweiz ist es nicht erlaubt, Industrieabfälle in Bergwerke einzulagern, denn „jedes Bergwerk wird einmal absaufen“ (3).

Besuchen Sie die Website der „Bürgerinitiative gegen eine Giftmüllregion Halle (Saale) e.V.“ (4).

Anmerkungen:

(1) https://giftmuellregion-halle.de/index.php/home-page/worum-geht-es-hier

(2) https://taz.de/Unglueck-im-frueheren-Kali-Bergwerk/!5639818/

(3)

(4) https://giftmuellregion-halle.de/index.php