Aktuell: K+S schlägt um sich und trifft sich selbst

In einer aktuellen Pressemitteilung weist das Unternehmen K+S die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft Meiningen „scharf“ zurück. Das war zu erwarten. Außerdem stellt sich das Unternehmen als Umweltschützer dar. Das ist entlarvend.

Die Schärfe dieser Reaktion zeigt, dass das Unternehmen sich an einer empfindlichen Stelle getroffen fühlt. Dass die der K+S AG erteilten Erlaubnisse rechtswidrig sind, das tragen wir seit 2007 den Gerichten vor. In keinem Fall haben sich die Gerichte inhaltlich mit den Klagen befasst, vielmehr den Klägern pauschal die Klagebefugnis abgesprochen. Dem hat das Bundesverwaltungsgericht inzwischen einen Riegel vorgeschoben. Künftig werden sich die Gerichte auch inhaltlich mit den Entsorgungspraktiken der K+S AG befassen müssen. Die neuen Klagen werden bereits vorbereitet.

Die (mangelnde) Glaubwürdigkeit der genannten Presseinformation zeigt sich an einer Stelle besonders deutlich. Das kann für das ganze Dokument gelten:

„Gewässerschutz trägt Früchte. K+S hat allein im Bereich des Werkes Werra seit 2010 rund 500 Millionen Euro in den Gewässerschutz investiert. (…) Damit wurden auch die ökologischen Bedingungen für Werra und Weser deutlich verbessert.“

Tatsächlich ist die Werra in die schlechteste Qualitätstufe „5=schlecht“ der Wasserrahmenrichtlinie eingeteilt. Deshalb können sich „die ökologischen Bedingungen für Werra und Weser“ keineswegs „deutlich verbessert“ haben, sie haben sich vielmehr überhaupt nicht verbessert. Der K+S-Gewässerschutz trägt keine Früchte, jedenfalls keine essbaren. Das hätte dem Unternehmen auch selbst auffallen können.

Ähnlich ist es mit dem „500 Millionen Euro“, die das Unternehmen in einen ergebnislosen Gewässerschutz investiert haben will. 500 Millionen für nichts? Dafür sollten sich die Aktionäre interessieren, die Zweifel an der Geschäftsführung der K+S AG entwickeln könnten.

Wir haben schon häufig beklagen müssen, dass Mitteilungen des Unternehmens inkonsistent sind. Eine glaubwürdige Argumentation scheint immer schwerer zu fallen.