Der Kalimarkt verändert sich

Die weltweite Überproduktion an Kalidünger und die neu entdeckte Kaliressource in Thüringen – was wird aus K+S?

Aktualisiert 31.12.2019

von Walter Hölzel

In den Jahren 2007/2008 konnten die Erzeuger von Kalidüngemitteln stark steigende Kalipreise am Markt durchsetzen. Die Abnehmerländer reagierten mit Kaufboykotten bis hin zu Importstops und der Erschließung eigener Vorkommen. Die daraus folgende Überproduktion an Kalidünger führte ab 2015 zu einer Krise auf dem Kalimarkt. Immer wieder müssen Kaliproduzenten ihre Produktion drosseln und Umsatzeinbußen sowie schlechtere betriebswirtschaftliche Kennzahlen hinnehmen.

Auch in Thüringen, nicht sehr weit entfernt von den K+S-Kaligruben im Werratal, befinden sich noch unerschlossene Kalivorkommen. Die Davenport Resources Ltd. gibt bekannt, im Ohmgebirge einen Kalivorrat von 325 Mio. Tonnen mit einem Gehalt von 13,1 % K2O festgestellt zu haben. „Dieser Vorrat befindet sich in dem zu 100 % in Unternehmensbesitz befindlichen Bergwerkseigentum Ohmgebirge in der Südharz-Region„. Nach Unternehmensangaben können dort jährlich 1 Mio. Tonnen K2O produziert werden. Zum Vergleich: die Weltjahresproduktion beträgt etwa 40 Mio. Tonnen K2O.

„Der Kalimarkt verändert sich“ weiterlesen

Aktuell: Tote Rinder im Dankmarshäuser Rhäden – verhungert oder an Salzwasser gestorben?

Im Naturschutzgebiet „Wilde Weide“ in der Werraaue bei Dankmarshausen (Thüringen) sind verendete Heckrinder aus einer Herde aufgefunden worden, die dort aus Naturschutzgründen extensiv gehalten wird. Dem betreibenden Landwirt wird vorgeworfen, er habe die Tiere verhungern lassen. Die Herde sei zu stark angewachsen und die Nahrungsgrundlage auf der Weidefläche sei nicht mehr ausreichend (1), (2). Dem steht entgegen, dass ein starkes Anwachsen der Herde bei Nahrungsmangel kaum zu erwarten ist. Die dort ebenfalls extensiv gehaltene Herde Exmoore-Ponys ist offenbar nicht betroffen. Ungeprüft scheint zu sein, ob die Rinder durch zu Tage getretenes salzhaltiges Grundwasser zu Schaden gekommen sind.

von Walter Hölzel

Versenkbohrung der K+S AG Herda 11

Das Grundwasser des Kalireviers ist stark mit Salz belastet.

Es ist bekannt, dass das Grundwasser im Werrarevier stark mit Salz belastet ist. Als Gründe werden verpresste Abwässer der K+S AG sowie versickernde Haldenlaugen desselben Unternehmens genannt. 2008 bis 2016 waren versalzene Trinkwasserbrunnen der Gemeinde Gerstungen Gegenstand von Rechtsstreitigkeiten (3).

„Aktuell: Tote Rinder im Dankmarshäuser Rhäden – verhungert oder an Salzwasser gestorben?“ weiterlesen

Die Zauberlehrlinge aus Hessen oder: wie werde ich die Geister wieder los?

Wie aus einem alten Kalibergwerk zunächst eine „unbedeutende Abfallbeseitigungsanlage“ für Aschen und daraus mit zwei „wesentlichen“ Erweiterungen die weltweit größte Untertagedeponie für besonders überwachungsbedürftige Abfälle gezaubert worden ist – ohne Planfeststellung mit Öffentlichkeitsbeteiligung und ohne Umweltverträglichkeitsprüfung.

Ein Behördenstück in drei Zaubersprüchen

von Walter Hölzel

(…)
Walle! walle
manche Strecke,
daß, zum Zwecke,
Wasser fließe
und mit reichem, vollem Schwalle
in das Bergwerk sich ergieße.
(…)
Frei nach Goethes Zauberlehrling bzw. der Ballade
„Der Lügenfreund“ von Lukian von Samosata
„Die Zauberlehrlinge aus Hessen oder: wie werde ich die Geister wieder los?“ weiterlesen

Aktuell: Die K+S-Untertagedeponie Herfa-Neurode brennt schon wieder

In der Nacht zum 5. Dezember ist erneut ein Schwelbrand in der von der K+S AG betriebenen Untertagedeponie für besonders überwachungsbedürftige Abfälle in Herfa-Neurode ausgebrochen.

Symbolbild

von Walter Hölzel

Der Brand soll in einer Kammer ausgebrochen sein, in der Rauchgasrückstände eingelagert sind. Solche Stoffe können mit Wasser unter starker Hitzeentwicklung reagieren und dabei auch Wasserstoff bilden. Dieses Gas bildet mit Luft explosionsfähige Gemische. Die Rauchgasrückstände sind selbst nicht brennbar. Zu Bränden kann es nur kommen, wenn gleichzeitig Feuchtigkeit und brennbare Materialien mit eingebracht werden. Das könnten Paletten oder sonstige Abfälle sein.

„Aktuell: Die K+S-Untertagedeponie Herfa-Neurode brennt schon wieder“ weiterlesen

Auf dem Silbertablett serviert – Die K+S AG lehnt ein Angebot der Stadtwerke Union Nordhessen und der General Electric Company ab

Hundert Jahre Werraversalzung und hundert Jahre Kaliforschung – Warum sich die Qualität der versalzenen Gewässer trotzdem nicht verbessert hat Teil IV.

von Walter Hölzel

Die K+S AG baut im Werra-Fuldarevier kaliumhaltige Salze ab und gewinnt daraus Kalidünger. Dreiviertel der geförderten Rohsalze werden als Abfälle an die Umwelt abgestoßen. Das hat zu einer großflächigen Versalzung des Grund- und Trinkwassers geführt sowie die Süßwasser-Lebensgemeinschaft in der Werra vernichtet und in der Weser schwer geschädigt. Von der Einleitstelle bis Bremen können die Anrainerkommunen kein Trinkwasser aus dem Uferfiltrat der Flüsse gewinnen.

Dieser Umweltkonflikt hat seinerseits einem Konflikt mit europäischen Richtlinien verursacht, welche die Anrainer vor der rücksichtslosen Inanspruchnahme der Gewässer z.B. als Abwasserrinnen schützen sollen. Wenn keine Lösungen gefunden und angewandet werden, mit denen sich die Richtlinien einhalten lassen, dann steht auch immer die Schließung der verschmutzenden Betriebe im Raum.

Die K+S AG lehnt es ab, in wirkungsvolle Technologien zu investieren

„Auf dem Silbertablett serviert – Die K+S AG lehnt ein Angebot der Stadtwerke Union Nordhessen und der General Electric Company ab“ weiterlesen