(Kein) Klimaschutz in der industriellen Produktion am Beispiel der Herstellung von Kalidünger – Ein Beitrag zur Klimastreikwoche der Universität Kassel

Hundert Jahre Werraversalzung und hundert Jahre Kaliforschung – warum sich die Qualität der versalzenen Gewässer trotzdem nicht verbessert, Teil III

Wenn es um die Werraversalzung geht, dann betrachtet man übli­cherweise nur diejenigen Aspekte, mit denen die geschädigten An­rainer ihre Interessen vor Gericht geltend machen können. Das sind z.B. die Vernichtung der Süßwasser-Lebensgemeinschaft in der Wer­ra, die Vernichtung von Trinkwasservorkommen und die Alt­lasten der Rückstandshalden sowie der in den Untergrund ver­pressten Abwässer. Energieverbrauch und Klimaschutz sind bislang nicht thematisiert worden. Moderne Technik kann inzwischen den Energiever­brauch senken, Umweltschäden vermeiden und die Nachhaltigkeit verbessern – man muss sie nur anwenden.

von Walter Hölzel

Zusammenfassung – Potentiale zum Klimaschutz liegen brach

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Die Werra trägt Schwarz

Die hessische Umweltministerin lobt sich selbst und das Wasserforum der Hessischen Landesregierung (am 20.11.2019 in Kassel) ignoriert die Umweltkatastrophe in Werra und Weser.

Das Problem der Kali-Rückstandshalden, Teil VI

von Walter Hölzel

Im salzbelasteten Teil der Werra haben die Abwässer der Kali-Industrie die Süßwasser-Lebensgemeinschaft vernichtet. Der Fluss ist ab der Einleitstelle in die schlechteste Qualitätsstufe der EU-Wasserrahmenrichtlinie eingestuft. Das Gleiche gilt für das Grundwasser im Einflussbereich der Laugenverpressung und der versickernden Haldenlaugen. Wir verdanken es auch der hessischen Umweltministerin Priska Hinz (B’90/Die Grünen), dass sich daran nichts ändern soll.

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Eine praktikable Lösung für die Entsorgungsprobleme des Kaliherstellers K+S war wohl nicht erwünscht

Aktualisiert (15.11.2019): Weitere Kürzung der Produktion, Gewinnwarnung und Kurssturz (1). Trotzdem wäre der Jahresgewinn noch hoch genug, um die von der K-UTEC AG entwickelten Anlagen für eine abstoßfreie Produktion komplett bezahlen zu können.

Hundert Jahre Werraversalzung und hundert Jahre Kaliforschung – warum sich die Qualität der versalzenen Gewässer trotzdem nicht verbessert, Teil II

Die K-UTEC AG in Sondershausen. Im HIntergrund der Förderturm des historischen Petersen-Schachts

von Walter Hölzel

Als die Werra-Weser-Anrainerkonferenz 2007 ihre Arbeit aufgenommen hat, da wurde uns und der Öffentlichkeit von K+S-Vertretern versichert, es gebe keine besseren Verfahren als diejenigen, die das Unternehmen für die Aufbereitung der Kalirohsalze bereits verwendet. Es sei nicht möglich, den Salzabstoß der Kalibetriebe durch andere Verfahren zu vermindern. „Da müssten schon die Naturgesetze geändert werden!“ war die Meinung des damaligen Leiters Forschung und Entwicklung der K+S AG, Prof. Stahl (2).

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Aktuell: Die Einlagerung von Industrieabfällen wird zu einem Dauerrisiko

Bild von Elias Sch. auf Pixabay

In der ehemaligen Kaligrube Teutschenthal hat es eine Explosion gegeben, bei der zwei Arbeiter verletzt wurden.

von Walter Hölzel

In der Grube Teutschenthal wird kein Kalibergbau mehr betrieben, sie dient der Einlagerung von giftigen Industrieabfällen wie Filterstaub und Asche. Diese Abfälle werden aus ganz Europa angeworben. Sie dienen angeblich der Stabilisierung des Bergwerks.

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Die Umweltministerin sieht sich auf dem richtigen Weg. Aber wohin? Jedenfalls sorgt sie nicht für eine bessere Gewässerqualität.

„Das zeigt, wir sind auf dem richtigen Weg und sorgen für eine bessere Wasserqualität in Werra und Weser.“ Ministerin Hinz im Juni 2019 (1)

„Die Koalition verfolgt das Ziel, die Belas­tung des Grund­wassers und des Oberflä­chenwassers im Naturraum Wer­ra-Weser durch Salzabwässer dauerhaft zu been­den.“ Koalitionsvertrag 2014 (2)

So sieht die Ministerin ihre Arbeit bei der Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie. Aber ihr Selbstlob hat keine sachliche Grundlage.

Massenentwicklung des halophilen Darmtangs Enteromorpha intestinalis in der Werra bei Witzenhausen. Er verstopft im Sommer Wehre und Wasserkraftanlagen. Grund für die Massenentwicklung ist der hohe Kaliumgehalt derWerra, bedingt durch die Abwässer der K+S-Betriebe im Werra- und Fuldarevier.
Copyright U. Braukmann

von Walter Hölzel

Zur Information: Die EU-Wasserrahmenrichtlinie (EU-WRRL) verlangt von den Mitgliedsstaaten, dass sie die Qualität ihrer Gewässer bis spätestens 2027 verbessern. Sie definiert dazu für die Oberflächengewässer fünf Stufen der ökologischen Qualität, von 1 „Sehr gut“ bis 5 „schlecht“ . Sie können durch Untersuchungen des Ökosystems ziemlich gut überprüft werden. Keine Rolle spielen dabei Grenzwerte für bestimmte Stoffe – jedenfalls dann, wenn die Grenzwerte so hoch liegen, dass eine Verbesserung des ökologischen Zustandes nicht zu erwarten ist. Im Falle der Werra haben die hohen Grenzwerte für Chlorid und insbesondere für Kalium und Magnesium zu einer Vernichtung der Süßwasser-Lebensgemeinschaft geführt.

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Hundert Jahre Werraversalzung und hundert Jahre Kaliforschung – warum sich die Qualität der betroffenen Gewässer trotzdem nicht verbessert

Teil I: Die K+S AG hat sich ein Verfahren zur Aufarbeitung der Haldenlaugen entwickeln lassen – wendet es aber nicht an

Die Abwässer der Salzhalden will die K+S AG weder aufarbeiten noch unter Tage einstapeln, sie sollen weiter in den Untergrund versickern und in die Werra eingeleitet werden. Angeblich enthalten sie so wenig Wertstoffe, dass sich ihre Aufarbeitung nicht lohnt. Wir wissen seit 2011, dass das falsch ist.

von Walter Hölzel

Die EU-Wasserrahmenrichtlinie definiert fünf Qualitätsstufen für die Oberflächengewässer: von 1 „sehr gut“ bis 5 „schlecht“. Bis spätestens 2027 soll in den Gewässern der EU-Mitgliedsstaaten die Qualitätsstufe 2 „gut“ erreicht werden. Die Werra ist in die schlechteste Qualitätsstufe eingeordnet. Seit den Zeiten der stärksten Salzbelastung durch DDR-Betriebe hat sich die Qualität des Flusses nicht verbessert.

Von einer „Verbesserung“ spricht man erst dann, wenn die Qualität der Gewässer in mindestens einer Komponente um mindestens eine Stufe angehoben wird (1). Die K+S AG will zwar seit 2009 ca. 800 Mio. Euro in den „Gewässerschutz“ investiert haben, aber es ist nicht zu erkennen, dass damit ein solches Minimalziel bis 2027 erreicht oder auch nur angestrebt worden ist. Der „Vierphasenplan“ der hessischen Umweltministerin schreibt das Minimalziel noch nicht einmal für das Jahr 2075 fest.

Auch die Haldenlaugen können noch Gewinn abwerfen

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