Erdfallopfer in Tiefenort werden endlich entschädigt

Salzauswaschungen im Untergrund hatten nach 2002 eine Serie von Erdfällen in Tiefenort (Thüringen) verursacht. Fünf Familien haben ihre Häuser verloren, die abgerutscht sind oder aus Sicherheitsgründen nicht mehr betreten werden können. (1)

Eine Austrittstelle von versickerten Abwässern

von Walter Hölzel

Nach erneuten Erdfällen Anfang 2010 hat die Werra-Weser-Anrainerkonferenz die K+S AG aufgefordert, die Verpressung von Abwässern sofort einzustellen und die Bergwerke durch Versatz der Salzhalden zu sichern:

„K+S darf sich nicht länger hinter der Aussage verstecken, der Rückbau der Salzhalden durch Versatz sei ihr aus wirtschaftlichen Gründen nicht zumutbar. Leben und Eigentum der Bürger im Werrarevier dürfen nicht missachtet werden. Leider hat das Thema der Grubensicherheit am so genannten ‚Runden Tisch’ keine Rolle gespielt.“ (4)

In der DDR war die Abwasserverpressung als Entsorgungsweg schon in den Siebzigerjahren beendet worden, weil die Trinkwasserbrunnen zu versalzen begannen. In Hessen darf die K+S AG ihre Abwässer noch bis 2021 in den Untergrund des Werratals verpressen. Dass die Salzabwässer an der Landesgrenze zu Thüringen nicht haltmachen, zeigt die Versalzung der Trinkwasserbrunnen in der Gemeinde Gerstungen. Bei Probebohrungen für einen Brückenbau in der Werraaue ist sogar Salzwasser unter Druck aus dem Untergrund ausgetreten.

In Thüringen finden sich auch Kaliabwässer unterhalb der Lagerstätten. Wegen des hohen Bromgehaltes wird angenommen, dass sie von den hessischen Werken stammen. In Thüringen war das Brom aus den Abwässern als Wertstoff gewonnen worden (2), (3).

Die K+S AG hatte jedoch jede Verantwortung für die Erdfälle abgelehnt – ebenso, wie das Unternehmen keine Verantwortung für die Versalzung der Trinkwasserbrunnen übernehmen wollte, weil diese einen „natürlichen Ursprung“ habe.

K+S weiß nicht, wo seine Abwässer geblieben sind …

„Erdfallopfer in Tiefenort werden endlich entschädigt“ weiterlesen

Was können wir tun?

Desinformation – Greenwashing, Alternative Fakten und Medienmanipulation Teil VI

Vortrag, Klimastreik der Fridays4Future-Bewegung, Kassel 21.09.2019

von Walter Hölzel

Wer sich mit Umwelt- und Klimaschutz beschäftigt, muss sich mit wohlorganisierten Desinformationskampagnen auseinandersetzen. Die gute Nachricht: man kann deren Schwachstellen erkennen. Und: Wer sich erwischen lässt, der hat seine Glaubwürdigkeit verloren, denn es wäre jederzeit möglich, auf Desinformation zu verzichten…

Noch einmal Marina Weisband (a.a.O.):

Angesichts von solchem Irrsinn trauen viele Menschen mittlerweile manchmal ihren eigenen Augen und Ohren nicht. Doch gerade das ist es, was Leute wie Donald Trump beabsichtigen. Es ist ein Kampf gegen die Vernunft. Die Wahrnehmung ist das, worüber die Menschen die Kontrolle haben. Sie sinnvoll einzusetzen, lehrte die Aufklärung. Der Versuch, sie den Menschen wegzunehmen, ist also ein antiaufklärerischer Akt. Die Mitglieder einer freien Gesellschaft müssen sich jeden Tag gegenseitig aus Neue versichern, dass dieser Irrsinn nicht normal ist. Dass Lügen Lügen sind. Dass wir als Gesellschaft bestimmte Prinzipien haben, über die wir nicht diskutieren und deren Infragestellung nicht von der Meinungsfreiheit gedeckt ist.“

Wenn es tatsächlich so ist, dass die antiaufklärerische Desinformation uns am Denken hindern und uns den Mut nehmen will, der eigenen Wahrnehmung zu vertrauen, dann müssen wir an genau dieser Stelle ansetzen. Aufklärung ist nach wie vor notwendig.

Damit werden nicht immer durchschlagende Erfolge erreicht, manchmal bleiben selbst kleine Erfolge aus. Die Erfahrung zeigt aber auch, dass es möglich ist, beachtliche Wirkungen zu erzielen. Darauf haben die Autorinnen Laure Cwiertnia und Petra Pinzler in einem Essay hingewiesen, der in der Zeit erschienen ist:

So schrieb die Meeresbiologin Rachel Carson Anfang der 1960er-Jahre in ihrem Arbeitszimmer ein Buch mit dem Titel Der stumme Frühling. Darin warnte sie vor Pestiziden, die das Summen der Insekten und das Zwitschern der Vögel für immer beenden würden. Carson selbst starb wenig später an den Folgen eines Herzinfarkts, aber ihre Gedanken blieben. Sie lösten eine erste Welle der Umweltbewegung aus, die das Denken unzähliger Menschen bis heute prägt und ein Grund dafür ist, dass es Naturschutzorganisationen gibt, umweltfreundliche Technologien und in vielen Ländern grün denkende Politiker.“

60 Jahre später setzt sich eine schwedische Schülerin auf den Bürgersteig und streikt und tritt eine nächste große Welle der Umweltbewegung los. Greta Thunbergs Protest schafft in diesen Tagen, was in unzähligen Konferenzen nicht gelungen ist: Er sorgt dafür, dass auf dem ganzen Globus junge Leute auf die Straße gehen und von ihren Regierungen verlangen, endlich den Klimawandel ganz oben auf die politische Agenda zu setzen.“

Beide Frauen, so unterschiedlich sie sein mögen, haben eines gemeinsam: Sie haben sich selbst vermutlich nie ausgemalt, welche Folgen ihre Taten haben.“ (1)

Auch in anderen Zusammenhängen sind Erfolge erzielt worden, mit denen man damals nicht gerechnet hat: bei dem durch Luftschadstoffe verursachten (ersten) Waldsterben, bei dem durch Fluorkohlenwasserstoffe verursachten Abbau der schützenden Ozonschicht, bei der Verklappung von Dünnsäure in die Nordsee (hier ist Greenpeace zur erstenmal in Aktion getreten).

Das sollte Hoffnung geben. Aber hier sehe ich FFF ohnehin auf einem guten Weg. Ich möchte deshalb die Frage „Was können wir tun?“ mit einem Gedicht beantworten, das Bertold Brecht 1949 in einem ganz anderen Zusammenhang geschrieben hat, das aber in merkwürdiger Weise auch auf die heutige Situation zuzutreffen scheint:

(...)
Voll der Geduld und auch unerbittlich
Das Richtige zeigend
Das Törichte mit Weisheit
Den Hass mit Freundlichkeit
Am gestürzten Haus
Die falsche Bauformel
Aber den Unbelehrbaren zeige
Mit kleiner Hoffnung
Dein gutes Gesicht.
Bertold Brecht 1949

Anmerkung

(1) https://www.zeit.de/wirtschaft/2019-09/umweltschutz-protest-aktivismus-klimaschutz-greta-thunberg

Weitere Methoden des Greenwashing

Desinformation – Greenwashing, Alternative Fakten und Medienmanipulation Teil V

Vortrag, Klimastreik der Fridays4Future-Bewegung, Kassel 21.09.2019

von Walter Hölzel

Wer sich mit Umwelt- und Klimaschutz beschäftigt, muss sich mit wohlorganisierten Desinformationskampagnen auseinandersetzen. Die gute Nachricht: man kann deren Schwachstellen erkennen. Und: Wer sich erwischen lässt, der ist insgesamt als unglaubwürdig einzustufen…

  • Manipulation von Messeinrichtungen
  • Die Autoindustrie darf nur Autos produzieren, die beim Betrieb bestimmte Schadstoffwerte nicht überschreiten dürfen. Sie baut Einrichtungen ein, mit denen bei der Messung die Einhaltung der Schadstoffemissionen vorgetäusch wird.
  • Ein Unternehmen muss die Staubverwehungen ihrer Rückstandshalten durch Messungen langfristig überwachen. Sie stellt die Messeinrichtung unter Bäumen auf, wo die Stäube zum größten Teil vom Blätterdach aufgefangen werden.
  • Medienmanipulation
  • Die Beeinflussung der Medien geschieht in Deutschland vergleichsweise diskret, obwohl sie beim Greenwashing eine besondere Rolle spielen. Unternehmen betreiben eigene „Kommunikationsabteilungen“, in denen Texte, Fotos und Videos produziert und den Medien zur Verfügung gestellt werden. Nicht alle Zeitungen sind wirtschaftlich in der Lage, darauf verzichten und unanhängigen Journalismus betreiben zu können. Ich persönlich kenne Chemieunternehmen, die mehr Journalisten für das Greenwashing beschäftigen, als Chemiker, die ihre Verfahren verbessern könnten.
  • mit dem Rechtsstaat gegen Kritiker
  • Medienwirksame Kritiker müssen aber mir Gegenmaßnahmen rechnen. Bewährt hat sich die Einstweilige Verfügung, mit der unbequeme Aussagen schnell unterbunden werden können. Sie dient eigentlich dazu, „subjektive Rechte bei Dringlichkeit bereits vor der Entscheidung über eine Klage wirksam zu schützen“ (Wikipedia). Dabei ist es zunächst unwichtig, ob die angefochtene Meinungsäusserung zutreffend ist. Ein Richter kann ohne Überprüfung entscheiden. Manche Landgerichte sind dafür bekannt, Anträgen leicht zu entsprechen, diese Gerichte werden dann bevorzugt aufgesucht. Der Rechtsschutz für den Beklagten ist immer noch gegeben, denn gegen die Entscheidung kann geklagt werden. Wenn jedoch ein größeres Ungleichgewicht hinsichtlich der Wirtschaftskraft zwischen Kläger und Beklagtem besteht, dann kann der Rechtsschutz für den Beklagten effektiv ausgehebelt sein. Wer es sich nicht leisten kann, ein Prozessrisiko von mehreren zehntausend Euro zuzüglich der Gutachterkosten vorzufinanzieren, der muss eben auf sein Recht der freien Meinungsäusserung verzichten. Geschädigt ist dann immer auch die Öffentlichkeit, weil nämlich der Zugang zu wichtigen Informationen unterbunden ist.
  • Im Februar 2010 war im ZDF ein Dokumentarfilm zu sehen, der schon zwei Tage später aus der Mediathek genommen wurde. Das ZDF hat zugesagt, den Film nie wieder zu senden. Das in dem Film kritisierte Unternehmen musste bis heute nicht nachweisen, dass die Aussagen des Films unzutreffend sind. Trotzdem ist es gelungen – wohl mit politischer Unterstützung – , den Film de facto zu verbieten und der Öffentlichkeit damit we­sentliche Informationen zu entziehen. Wahrscheinlich würde man sogar den Hinweis zu bereuen haben, wo der Film in den Tiefen des Internets zu finden ist – falls er dort zu finden wäre.

Eine interessante Sammlung von Methoden des Greenwashing finden Sie hier dargestellt: W. Hölzel, „Zahlen und Fakten? K+S hantiert auf eigene Art mit den Tatsachen“, Stellungnahme der Werra-Weser-Anrainerkonferenz e.V., 26.06.2015 https://ia601501.us.archive.org/10/items/zahlenundfakten/Zahlen%20und%20Fakten.pdf

Teil VI, Was können wir tun?

erscheint in Kürze…

Priska Hinz erhält den Alternativen Nobelpreis (wieder) nicht

Wir fordern: den Literaturnobelpreis in der Kategorie Fake News/Kurzform an die hessische Umweltministerin für ihr Prosawerk „Verbesserung der Gewässerqualität in der Werra wird sichergestellt“ zu vergeben.

Filmaufnahmen an einer der kleinen, verstreut im Werratal liegenden K+S-Rückstandshalden

ein Hintergrundbericht von Walter Hölzel

Die Hessische Umweltministerin hat sich mit ihrem Einsatz für die Brackwasserfauna der Flüsse Werra und Weser für höchste Auszeichnungen empfohlen.

Viele Jahrzehnte der Abwassereinleitung durch die Kali-Industrie waren nötig, bis die unnatürliche Süßwasser-Lebensgemeinschaft der Werra endlich ihren Platz geräumt hatte. Der Getigerte Flohkrebs, die Neuseeländische Napfschnecke und ein sehr widerstandsfähiger Strudelwurm hatten endlich ihre Heimat in dem stabilen Ökosystem des Werra-Brackwassers gefunden.

Aber die Bedrohung war immer schon nahe. Als die thüringischen Kaliwerke geschlossen wurden, schien der Kampf für die Natur verloren, jetzt hing alles an dem hessischen Kalihersteller K+S und den dortigen Behörden. Sie haben uns nicht in Stich gelassen.

Gewissenlose und unsoziale Gemeinden verlangten, die Verpressung von Abwasser in den Boden zu verbieten, dabei waren doch nur natürliche Salze in ihr Trinkwasser gelangt! Diese Zumutung wäre fast das Ende für die Salzwasserflora in der Werraaue gewesen. Aber wenn die Not am größten ist, dann ist auch die Hilfe nahe: eilig hat die Naturschutzbehörde im Wartburgkreis die deutschlandweit bekannten Salzwasser-Aufstiegstellen mit ihrem unvergleichlichen Quellervorkommen unter Naturschutz gestellt. Diese Pflanze wächst sonst nur am Nordseestrand, aber nicht umsonst heißt es schon im Liede: Werrastrand!

Aus ganz Deutschland kamen Fernsehteams, um blühenden Queller im Mittelgebirge sehen und ihren staunenden Zuschauern zeigen zu können. Das Interesse ging dem Naturschutz fast schon zu weit. Zum Glück hat das ZDF 2010 einen Beitrag wieder aus der Mediathek entfernt, der viel über die unberührte Natur des Werratals gezeigt und verraten hatte:

https://osthessen-news.de/beitrag.php?id=1178839

Wieder einmal war es (2014) die technische Entwicklung, die sich als Feind der Natur entpuppte. Fast wäre die Kali-Industrie gezwungen gewesen, die Einleitung von Abfallsalzen in die Werra aufzugeben, nur weil es die Möglichkeit gab, Kalidünger ohne Salzabstoß zu produzieren . Wir wollen ja nicht technikfeindlich erscheinen, aber: ist das nötig?

Jetzt war ihre Stunde gekommen, Spiderwoman Priska Hinz zögerte keine Sekunde zu lang: mit ihrem „Vierphasenplan“ (auch „Sechzigjahresplan“ genannt) verschaffte sie den verzweifelten Brackwasserkrebsen, -schnecken und -strudelwürmern weitere 60Jahre Sicherheit: bis zur Betriebseinstellung muss die Kali-Industrie die Gewässerqualität der Werra nicht verändern (sie hat immerhin die schlechteste definierte Qualität!) und die Rückstandshalden sichern das Überleben der Brackwasser-Biozynose sogar für weitere 2000 Jahre! Das nennt die Ministerin: „Die Verbesserung der Gewässerqualität der Werra wird sichergestellt“. Genial!

Zwar: bis 2075 sollen die Salzhalden abgedeckt sein und kein Salzwasser mehr an die Werra abgeben. Aber mal ehrlich: kennen Sie jemanden, der solche Halden abdecken könnte? Oder dafür bezahlen möchte? Na also! Alles wird gut.

Nicht gut ist es, dass Priska Hinz für ihren Einsatz leer ausgehen soll. Eine sechzehnjährige Klimaaktivistin hat ihr den Preis vor der Nase weggeschnappt. „Ich brauche dieses Symbol Klimanotstand nicht!“ hatte Priska Hinz uns noch zugerufen.

https://www.fr.de/rhein-main/hessens-umweltministerin-hinz-ich-brauche-diesessymbol-klimanotstand-nicht-12940668.html

Und, an ihre Parteifreunde gewandt: „Es nützt doch nichts, wenn wir den Leuten etwas vormachen.“

https://www.fr.de/politik/koenigstein-hessen-gruene-verschaerfen-ziele-klima-priska-hinz-duepiert-12961320.html

Auch ihr Klima-Graffito kam zu spät, mit dem sie die Stimmung wohl noch zu drehen hoffte:

https://umwelt.hessen.de/presse/pressemitteilung/klimaschutz-gemeinsam-noch-was-drehen

Aber bald werden die richtigen Nobelpreise vergeben. Wir fordern, als Alternative für Priska Hinz, den Literaturnobelpreis in der Kategorie Fake News/Kurzform für ihr Prosawerk „Verbesserung der Gewässerqualität in der Werra wird sichergestellt“.

https://umwelt.hessen.de/presse/pressemitteilung/verbesserung-der-gewaesserqualitaet-der-werra-wird-sichergestellt

Jetzt gilt es!

Die Methoden des Greenwashing

Desinformation – Greenwashing, Alternative Fakten und Medienmanipulation Teil IV

Vortrag, Klimastreik der Fridays4Future-Bewegung, Kassel 21.09.2019

von Walter Hölzel

Wer sich mit Umwelt- und Klimaschutz beschäftigt, muss sich mit wohlorganisierten Desinformationskampagnen auseinandersetzen. Die gute Nachricht: man kann deren Schwachstellen erkennen. Und: Wer sich erwischen lässt, ist insgesamt als unglaubwürdig einzustufen…

Wenn es ein öffentliches Interesse an Umwelt- und Klimaschutz gibt, dann kann es ein Anliegen der Industrie, der Politiker und der Verwaltungen sein, die Auswirkungen der eigenen Tätigkeit auf die Umwelt und das Klima möglichst positiv darzustellen. Von Greenwashing spricht man erst dann, wenn dabei getäuscht wird. Die Methoden sind vielfältig, sie reichen von einfachem Verschweigen über die Verwendung von Algorithmen oder technischen Maßnahmen zur Manipulation von Messeinrichtungen bis zu konkreten Maßnahmen gegen Kritiker. Diese Methoden sind häufig leicht festzustellen, manchmal lassen sich aber sogar Experten täuschen. Eine (vorläufige und unvollständige) Zusammenstellung:

  • Verschweigen von relevanten Tatsachen
  • z.B.: Durch Zufall erfährt die Öffentlichkeit, dass 2015 im thüringischen Teil des Werrareviers die Entnahme von Grundwasser untersagt wird, weil das Grundwasser dort hohe Mengen an Schwermetallen enthält. Der Vorsorgewert für Blei ist in Bereichen um den Faktor 1000 überschritten. Eine Nachfrage ergibt, dass dafür versickerte Haldenlaugen der K+S AG verantwortlich sind und dass die Schwermetallbelastung und deren Ursache schon seit mindestens 2011 bekannt ist.

Verschweigen ist natürlich die einfachste und häufigste Methode. Warum sollte man über etwas reden, das noch gar nicht bekannt ist? Man kann ja immer noch nachbessern, indem man …

  • falsche oder unvollständige Fakten und Halbwahrheiten verbreitet…
  • z.B.: Ein Unternehmen behauptet, dass es neuerdings weniger Produktionsbfälle in einen Fluss einleitet. Tatsächlich wird der Abstoß von Abfällen nicht verringert, vielmehr gelangt der „eingesparte“ Teil der Abfälle nun auf einem Umweg in den Fluss, etwa durch Abregnen von Abfallhalden. Man spricht dann nicht mehr von „Produktionsabfällen“, sondern von „Haldenlaugen“ und täuscht eine geringere Umweltbelastung vor.
  • z.B.: Ein Unternehmen verpresst flüssige Abfälle in den Untergrund und behauptet, die danach auftretende Versalzung von Trinkwasserbrunnen sei „natürlichen Ursprungs“. Tatsächlich verdrängen die in den Untergrund verpressten Abwässer dort von Natur her vorhandene und salzhaltige Formationswässer, die in die Trinkwasserhorizonte aufsteigen. Es ist aber nicht natürlich, dass die Formationswässer ihren natürlichen Platz verlassen.
  • z.B.: Ein Minister teilt mit, die Regierung werde im Rahmen des „Klimaschutzpakets“ die industrielle Herstellung des klimafreundlichen Wasserstoffgases vorantreiben. Tatsächlich ist die industrielle Herstellung von Wassewrstoff schon jetzt unproblematisch möglich, aber die für eine sichere Handhabung des Wasserstoffgases, etwa in PKW-Motoren, ist noch nicht vorhanden. Hier bestehen sogar grundsätzliche Schwierigkeiten.
  • erschwerter oder verweigerter Zugang zu Umweltinformationen
  • z.B.: Das Umweltinformationsgesetz UIG schreibt vor, dass Unternehmen und Verwaltungen umwelttrelevante Dokumente auf Verlangen herausgeben müssen. Man kann aber nur konkrete Dokumente verlangen, deren Existenz bereits bekannt ist. Auch deren Herausgabe wird häufig mit der Begründung verweigert, sie enthielten Firmengeheimnisse.
  • fehlende oder vorgetäuschte Wissenschaftlichkeit
  • z.B.: Ein Unternehmen wird dafür kritisiert, dass es die Investition in wirtschaftlich und technisch machbare Verfahren verweigert, mit denen eine „abstoßfreie Produktion“ ermöglicht und die Umweltbelastung drastisch reduzuiert werden kann. Das Unternehmen finanziert ein „Standardwerk“ über den Stand der Technik „im 21. Jahrhundert“, in dem die modernen Verfahren verschwiegen werden.
  • z.B.: Die Versalzung der Werra durch Abwässer der Kali-Industrie hat das Süßwasser-Ökosystem des Flusses vernichtet. Der Verursacher weigert sich, den Salzabstoß mit modernen Verfahren zu vermindern, weil diese Verfahren klimapolitisch nicht zu verantworten seien. Tatsächlich wird mehr Energie benötigt, wenn man die Abwässer aufbereitet – es werden aber auch mehr Wertstoffe erzeugt, für die man keine Rohsalze abbauen und aufbereiten muss. Es zeigt sich, dass der Energiebedarf pro Tonne Wertstoff sogar sinkt, wenn man auf den Abstoß von Salzen in die Werra verzichtet.
  • verfälschte oder unvollständige Zitate
  • z.B.: Ein Unternehmen wird dafür kritisiert, dass es wirtschaftlich und technisch machbare Verfahren verweigert, mit denen eine „abstoßfreie Produktion“ ermöglicht und die Umweltbelastung drastisch reduzuiert werden kann. Das Unternehmen weist die Kritik zurück und betont, eine „rückstandsfreie Produktion“ sei weltweit nicht möglich. Das ist zweifellos richtig, aber „abstoßfrei“ und „rückstandsfrei“ sind nicht identisch. Auch bei der abstoßfreien Produktion entstehen bislang nicht verwertbare Rückstände, diese werden aber so behandelt, dass sie nicht an die Umwelt abgestoßen werden müssen. Dies wird verschleiert.
  • unscharfe oder undefinierte Begriffe
  • z.B.: Eine Landtagsabgeordnete, deren Partei den Umweltminister stellt, verkündet 2008, man wolle erreichen, dass die Werra wieder „Süßwasserqualität“ erreiche. Der Vorstandsvorsitzende der K+S AG verkündet 2019, man wolle bis 2021 erreichen, dass die Werra „Süßwasserqualität“ habe. Die Umweltminister der Weser-Anrainerländer behaupten 2016, man habe erreicht, dass die Weser nach 2027 und unterhalb des Pegels Boffzen wieder „Süßwasserqualität“ erreiche. Der Begriff „Süßwasser“ scheint sehr beliebt zu sein, allerdings ist er nicht definiert, die Einhaltung der Zusagen ist somit nicht überprüfbar. Die EU-Wasserrahmenrichtlinie benutzt ihn deshalb nicht, sondern definiert verschiedene Qualitätsstufen in den Gewässern. Überprüfbare Qualitätsstufen als Umweltziele werden bei den Zusagen dagegen nicht erwähnt.

Teil V, Weitere Methoden des Greenwashing

erscheint in Kürze…

Entsorgungsnotstand oder Überproduktion?

Die wechselnden Begründungen für Produktionseinschränkungen der K+S-Werke geben immer noch Rätsel auf

von Walter Hölzel

finanztreff.de meldet, dass K+S „wegen schwacher Kalinachfrage“ die Produktion von Kaliumchlorid bis Ende 2019 um „bis zu“ 300.000 Tonnen reduzieren will:

http://www.finanztreff.de/news/kpluss-das-schockt-den-markt-noch-zusaetzlich/17764629

Inzwischen befindet sich die Aktie des Düngemittel- und Salzproduzenten K+S „nach der gestrigen Prognosesenkung weiterhin im freien Fall. Mittlerweile ist der MDAX-Titel auf den niedrigsten Stand seit dem Jahre 2005 gefallen.“

https://www.deraktionaer.de/artikel/aktien/ks-aktie-faellt-auf-tiefsten-stand-seit-2005-was-ist-jetzt-zu-tun-20191515.html

Seit 2015 mussten die K+S-Werke im Werratal regelmäßig ihre Produktion drosseln, damals „wegen der geringen Wasserführung der Werra“. Die Begründung schien nicht gänzlich unplausibel zu sein, weil die steigende Menge an Haldenlaugen und Rückläufe bereits „entsorgter“ Abwässer in die Werra gelangen und deren Aufnahmefähigkeit für Produktionsabwässer einschränken. Andererseits hat die Kali-Industrie auch mit Überproduktionen zu kämpfen und somit auch deshalb Grund genug, die Produktion zu reduzieren.

In dem genannten Zeitraum hatte die K+S AG mit der Fortsetzung der Laugenverpressung und der „Oberweserpipeline“ Genehmigungen beantragt, welche die Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie behindert und gegen das Verschlechterungsverbot verstoßen hätten. Dem Unternehmen ist deshalb vorgeworfen worden, mit einem vorgeschobenen Entsorgungsnotstand politischen Druck ausüben zu wollen.

Besonders unplausibel war der Entsorgungskollaps im Herbst 2015. Einerseits war damals der Markt für Kalidünger wegen weltweiter Überproduktion nahezu vollständig eingebrochen. Andererseits sprachen die Wasserführung der Werra und deren Chloridgehalt sowie die leeren Stapelbecken gegen einen Entsorgungsnotstand im Werrarevier.

www.wasser-in-not.de/dateien/presse/pressemitteilungen/2015-11-24 Werra-Weser-Anrainerkonferenz-PM.pdf

www.wasser-in-not.de/dateien/presse/pressemitteilungen/2015-11-27 Werra-Weser-Anrainerkonferenz-PM.pdf

www.wasser-in-not.de/dateien/presse/pressemitteilungen/2015-11-30 Werra-Weser-Anrainerkonferenz-PM.pdf

www.wasser-in-not.de/dateien/presse/pressemitteilungen/2015-12-04 Gemeinde Gerstungen PM 2.pdf

www.wasser-in-not.de/dateien/presse/pressemitteilungen/2015-12-13 Pressemitteilung der Gemeinde Gerstungen.pdf

Wir empfehlen der K+S AG nach wie vor die Aufbereitung ihrer Abfälle mit moderner Technik. Damit würde die Ausbeute an Wertstoffen erhöht und der Energiebedarf pro Tonne Wertstoff gesenkt. Entsorgungsengpässe wären nicht mehr zu befürchten und in der Werra könnten die Qualitätsziele der EU-Wasserrahmennrichtlinie erreicht werden.

„Alternative Fakten“ – eine neue Qualität der Desinformation?

Desinformation – Greenwashing, Alternative Fakten und Medienmanipulation Teil III

Vortrag, Klimastreik der Fridays4Future-Bewegung, Kassel 21.09.2019

Wer sich mit Umwelt- und Klimaschutz beschäftigt, muss sich mit wohlorganiserten Desinformationskampagnen auseinandersetzen. Die gute Nachricht: man kann deren Schwachstellen entdecken. Und: wer sich erwischen lässt, der ist insgesamt als unglaubwürdig einzustufen…

Der Begriff „alternative Fakten“ wurde 2004 von Buzzfeed-Mitarbeitern geprägt, als sie entdeckten, dass massenhaft geradezu abstruse Falschinformationen und verfälschte Bilder über das Internet verbreitet wurden. Sie kamen alle aus einem Dorf auf dem Balkan und wurden von einer Gruppe Jugendlicher verfasst.

Sozusagen auf „höchster Ebene“ angekommen war der Begriff, als die Pressesprecherin des amerikanischen Präsidenten Trump 2017 eine offenkundige Falschinformation (über die Frage, wer mehr Zuschauer bei seiner Amtseinführung hatte, Trump oder Obama) als „alternatives Faktum“ edelte. Die Psychologin Marina Weisband beschreibt und analysiert den Vorgang so (1):

„„Die besondere Qualität der Lüge à la Trump besteht darin, dass sie ohne jede Vorbildung, nur mit der Kraft der eigenen Wahrnehmung, von jedem durchschaut werden kann. Es ist gewissermaßen ihr Zweck, der Wahrnehmung zu widersprechen.

Der Mensch neigt dazu, neue Informationen mit dem eigenen Wissen abzugleichen. Stimmen sie mit dem überein, was man bereits weiß, bestärken sie das eine Wissen. Widersprechen sie sich, entsteht kognitive Dissonanz. Das ist ein unangenehmer Zustand, den Menschen zu vermeiden versuchen, indem sie ihr eigenes Wissen den neuen Fakten anpassen. So lernen wir. Widersprüchliche Informationen sind deshalb so unbeliebt, weil sie kognitive Dissonanz erzeugen – die auszuhalten Ressourcen kostet. Das ist besonders zum Problem geworden, seit Informationen im Internet gesammelt werden können. Im Netz kann jedes Foto verfälscht sein, kann völlig aus dem Zusammenhnag gerissen worden sein. Die Verwirrung und Belastung durch die Vielfalt der widersprüchlichen Information in den sozialen Medien ist ohnehin gewaltig. Nun kommt der Kniff der Lügner hinzu, dieses Potential bewusst zu instrumantalisieren.

Und es funktioniert. Als ich kürzlich diesen Mechanismus auf Twitter beschrieb, wandten einige Nutzer ein, dass der Pressesprecher nicht gelogen habe und unterlegten das mit Fotos der Zuschauermenge aus der Perspektive des Podiums. Eine wilde Diskussion entbrannte über die Zahl der Zuschauer und über Kameraperspektiven – obwohl es eine Tatsache ist, dass weniger Menschen da waren als bei der Amtseinführung Barack Obamas 2009.“ (…) Zweitens vertrauen wir unseren Sinnen weniger als zuvor. Wir streiten über Dinge, die eigentlich offensichtlich sind. Falsches schleicht sich zunächst in den Bereich des Denkbaren und dann in den Bereich des Faktischen. Ist dieser Mechanismus erst einmal etabliert, fällt es leicht, auch bei größeren Themen zu lügen. Zum Beispiel: „Alle Muslime sind kriminell“ – und plötzlich fangen wir an, uns über Kriminalitätsstatistiken zu streiten, anstatt die Errungenschaft zu verteidigen, dass Verdacht aufgrund von Geburt oder Religion keinen Platz in einer Demokratie hat.“

Marina Weisband geht also davon aus, dass die Lüge unter diesen Umständen eine verhängnisvolle Wirkung entfaltet. Die Lüge lenkt ab von der wesentlichen Frage, ob nämlich die Aussage plausibel ist oder ob sie schon der einfachen Beobachtung widerspricht. Sie verführt dazu, sich auf die Lüge selbst einzulassen und eine Erklärung für derer Abstrusität zu suchen.

Wer so souverän mit der Lüge umgehen kann …

„„Alternative Fakten“ – eine neue Qualität der Desinformation?“ weiterlesen

Greenwashing

Desinformation – Greenwashing, Alternative Fakten und Medienmanipulation Teil II

Vortrag, Klimastreik der Fridays4Future-Bewegung, Kassel 21.09.2019

von Walter Hölzel

Wer sich mit Umwelt- und Klimaschutz beschäftigt, muss sich mit wohlorganiserten Desinformationskampagnen auseinandersetzen. Die gute Nachricht: man kann deren Schwachstellen erkennen. Und: wer sich erwischen lässt, der ist insgesamt als unglaubwürdig einzustufen.

Greenwashing ist als Form der politischen Lüge seit Langem bekannt. Unternehmen können ein Interesse daran haben, ihre Umwelt- und Energiebilanz zu schönen, um ihren Ruf zu verbessern und ihre Kosten zu mindern. Politiker können versucht sein, die Unternehmen darin zu unterstützen, weil sie um Wählerstimmen und Wahlkampfspenden fürchten. Printmedien können sich überlegen, ob sie auf Anzeigenkunden verzichten wollen, die in (für ihr Umwelt-Image) kritischen Momenten doppelseitige Anzeigen schalten können. Minister schließlich können kein Interesse daran haben, dass über die (Nicht-)Einhaltung ihrer Wahlversprechen aufgeklärt wird, mit denen sie an ihr Mandat gekommen sind.

Bei der Durchsetzung der Atomkraft war der Aufwand für das Greenwashing immens, es ging geradezu um das Informations- und Meinungsmonopol. In den Methoden war man nicht zimperlich, das ging so weit, dass Kritiker der Atomenergie beruflich mit Schwierigkeiten zu kämpfen hatten. Ich habe selbst erlebt, dass an einer Universität selbst Bewerber um fachfremde Assistentenstellen zu ihrer Einstellung zur Atomenergie befragt und gegebenenfalls bekämpft wurden. Das Greenwashing der Energieindustrie und der Bundesregierung war schließlich erfolgreich darin, die Atomspaltung zur industriellen Energiegewinnung zu etablieren, deren Riskien zu verschleiern und die Kosten für den Ausstieg und Rückbau zu verschweigen. Die Risiken haben wir inzwischen kennen gelernt, über die Kosten besteht immer noch keine Klarheit.

Es gibt aber auch Beispiele, bei denen sich eine umweltbewusste und aufgeklärte Öffentlichkeit erfolgreich gegen das Greenwashing durchgesetzt hat. Ich will hier nur die Verklappung von Dünnsäure in die Nordsee (4) nennen (hier trat Greenpeace erstmals in Aktion), sowie das durch Luftschadstoffe verursachte (erste) Waldsterben (5) und das durch Fluorkohlenwasserstoffe bedingte „Ozonloch“ über der Antarktis (6).

Greenwashing ist prinzipiell der kritischen Überprüfung zugänglich. Wenn die Haltlosigkeit der vorgebrachten Argumente und Informationen einmal entlarvt und öffentlich ist, dann zeigt das Wirkung. Damit ist nicht gemeint, dass das Greenwashing sofort aufgegeben oder gar die grüngewaschenen Zustände geändert würden. Es ist aber doch möglich, mit der neuen und überprüften Faktenlage politisch in der Öffentlichkeit und in den zuständigen Gremien zu überzeugen. Manche Autoren finden jedoch, dass hier gerade ein Paradigmenwechsel stattfindet, weil sich die Qualität der politischen Lüge geändert habe. Das hätte möglicherweise weitreichende Konsequenzen und deshalb muss auch hierüber geredet werden.

Anmerkungen

  1. https://www.deutschlandfunk.de/wie-entsorgt-man-heute-duennsaeure.697.de.html?dram:article_id=77525
  2. https://de.wikipedia.org/wiki/Waldsterben
  3. https://de.wikipedia.org/wiki/Ozonloch

Teil III, Alternative Fakten… erscheint in Kürze

Es geht darum, Verwirrung und Chaos zu stiften

Desinformation – Greenwashing, Alternative Fakten und Medienmanipulation Teil I: Der Kampf gegen Nachhaltigkeit, Umwelt- und Klimaschutz

Vortrag, Klimastreik der Fridays4Future-Bewegung, Kassel 21.09.2019

von Walter Hölzel

Wer sich mit Umwelt- und Klimaschutz beschäftigt, muss sich mit wohlorganiserten Desinformationskampagnen auseinandersetzen. Die gute Nachricht: man kann deren Schwachstellen erkennen. Und: wer sich erwischen lässt, der ist insgesamt als unglaubwürdig einzustufen…

Desinformation: Es geht darum, Verwirrung und Chaos zu stiften (1)

Umwelt- und Klimaschutz stehen häufig den Interessen der Industrie im Wege und auch den Interessen von Politikern, die glauben, es sei besser für den Industriestandort Deutschland, wenn über diese Themen nicht zu viel bekannt ist und zu viel geredet wird. Wenn Verschweigen nicht mehr hilft, dann werden häufig professionelle Methoden der Desinformation angewendet. Darüber wollen wir reden.

Umgangssprachlich redet man von Umweltlügen. Dieser Begriff ist auf höherer Ebene durchaus zutreffend. Allerdings muss man vorsichtig sein, wenn man die professionellen Sprachrohre der interessierten Kreise als Lügner bezeichnet. Es gibt nämlich ein ethisches und ein juristisches Problem: die Lüge setzt voraus, dass wissentlich die Unwahrheit gesagt wird (2). Das wird man nicht jedem Autor unterstellen können und man will ja auch keiner Person Unrecht tun. Manche Definitionen setzen sogar voraus, dass schon durch die betreffende Aussage ein Schaden angerichtet wird. Auch das wird nur schwer nachzuweisen sein.

Gelogen wird im menschlichen Zusammensein nahezu ununterbrochen. Man kann durchaus annehmen, dass die Alltaglüge den sozialen Zusammenhang sichert. (3) Darüber wollen wir nicht reden.

Wir reden über die professionell betriebene Desinformation. Hier ist es in jedem Fall notwendig, sich Klarheit zu verschaffen und in manchen Fällen wird man gegen die Desinformation angehen müssen.

Es gibt Hinweise, dass die bei der professionellen Desinformation angewandten Methoden inzwischen ein Niveau der Professionalität und eine solche Wirksamkeit erreicht haben, dass sie zu einer Gefahr für die Demokratie und für die Lebensgrundlagen werden. Hier muss die Aufklärung ihre Wirksamkeit entfalten und auch darüber wollen wir reden.

Anmerkungen

  1. Die Zeit, 24.05.2019, Interview mit dem Kognitionspsychologen Prof. Stephen Lewandowsky, https://www.zeit.de/digital/internet/2019-05/desinformation-fake-news-europawahl-stephan- lewandowsky-psychologie
  2. https://de.wikipedia.org/wiki/Lüge
  3. https://www.arte.tv/de/videos/086106-000-A/die-wahrheit-ueber-die-luege/

Teil 2 „Greenwashing“ folgt in Kürze…