Die Werra soll auf der Strecke bleiben – und die Weser auch

Der Vorstandsvorsitzende der K+S AG ist sich sicher: sein Unter­nehmen darf künftig bis zu 3 Mio. Kubikmeter seiner Abwässer pro Jahr in aufgelassene Bergwerke verklappen. Das könnte den jähr­lich drohenden Entsorgungskollaps des Unternehmens vermeiden. Nehmen wir seine Zahlenanga­ben ernst und überprüfen wir, welche Auswirkungen das neue Konzept auf die Werra haben könnte.

Salzblog 32

von Walter Hölzel

Im Herbst 2018 wollten die in der Flussgebietsgemeinschaft Weser zusammengeschlossenen Bundesländer überprüfen, ob der aktuelle Bewirtschaftungsplan für Werra und Weser die erhofften Wirkungen zeigt und ob so der Konflikt mit der EU-Kommission zu umgehen sein könnte. Wir hatten es vorausgesagt: die K+S AG konnte keine plausibles und überprüfbares Konzept vorlegen. Die Umsetzung des Bewirtschaftungspro­gramm schien zweifelhaft, jährlich drohende Entsorgungsnotstände schienen unvermeidlich.

Auch bei ihren Verhandlungen mit der Klägergemeinschaft der Werra-Weser-Anrainer konnte die K+S AG uns nicht überzeugen. Einerseits wurde eine Eindampfanlage für die Abwässer einer 2018 neu in Betrieb ge­nommenen und technisch wirkungslosen Abwas­ser-Eindampfanlage vorgeschlagen. Die WWA hatte schon 2014 betont, dass diese „KKF-Anlage“ keines der Probleme lösen könnte, weder den Kon­flikt mit europäi­schen Richtlinien noch den Entsorgungskollaps. Eine neue (und diesmal wirksame) Ein­dampfanlage würde es aber möglich machen, die Rückstände gefahrlos durch Versatz zu beseitigen. Davon ist jetzt nicht mehr die Rede. Die Vorschläge der K-UTEC AG für eine abstoßfreie Kaliproduktion hatten diesen Entsorgungs­weg bereits 2012 vorgese­hen.

Eine weitere Idee war…

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