Aus Teufels Küche

Kann man mit falschen oder verfälschenden Mitteilungen Öffentlichkeit und Behörden beeinflussen?

Es geht um die Pläne der K+S AG, den Rückbau der Salzhalde in Wathlingen zu vermeiden und sie stattdessen in eine Bauschuttde­ponie und damit in ein neues profit center umzuwandeln. Das Vor­haben ist umstrit­ten; die EU-Kommission hatte in Spanien den Rü­ckbau solcher Halden gefordert und durchgesetzt, weil sie „der Umwelt und der menschlichen Gesundheit schaden“. Der Geologe und Geochemiker Dr. Ralf Krupp beklagt nun, dass K+S Mitarbeiter Teile seiner Gutachten für die Halde in Wathlingen aus dem Zu­sammenhang gerissen, unvollständig zitiert und so grob verfälscht haben. Er sieht sich in seiner Glaubwürdigkeit geschädigt und be­fürchtet, dass die Falschinformationen das anstehende Planfest­stellungsverfahren beeinflussen. In einer ersten Reaktion geht K+S davon aus, dass die Falschdarstellung das Behördenverfahren nicht beeinflussen könne (1).

Salzblog 30

von Walter Hölzel

Wir sind es gewohnt, Aussagen von K+S-Mitarbeitern zunächst großes Vertrauen entgegen zu bringen. Es stellt sich aber hier doch die Frage, warum die beschriebene Falschdarstellung nötig war, wenn sie – ohne Nutzen und ohne Schaden für das Unternehmen K+S – auch hätte unterbleiben können? Und wenn wir in unseren Gedanken erst einmal so weit gekommen sind, dann erinnern wir uns auch, dass diese und ähnli­che Fragen zu Dutzen­den unbeantwortet sind, seitdem wir die Medienpolitik der K+S AG beobachten.

Erst kürzlich hat der K+S-Sprecher Jörg Willecke seine Sicht der Salzwelt zum Besten gegeben (2). Er äußert sich zu einem Interview, das ich der HNA gegeben hatte:

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