K+S hat (Salz-)Berge von Problemen

Die Anrainerländer machen keinen Druck auf die K+S AG und lassen das Unternehmen mit seinen Problemen allein

Die Umweltminister der Flussanrainerländer von Bayern bis Bre­men haben der K+S AG 2016 mit dem Bewirtschaftungsplan Wer­ra-Weser 2015-2021 erlaubt, die Flüsse auf unbestimmte Zeit mit ihren Salzabfällen zu belas­ten. Die Umweltziele der Wasserrah­menrichtlinie wurden ohne Zustimmung der EU-Kommission aufgeg­eben, Maßstab ist jetzt ein fiktiver Chloridwert am weit entfern­ten „Pegel Boffzen“. Einzige Vorga­be: im Herbst 2018 soll das Un­ternehmen berichten, ob es dann auf die ge­plante Verklappung von Abwässern in die Oberweser verzichten kann. Das Unternehmen konnte mit seinen vagen Vorstellun­gen nicht überzeugen und so haben die Minister ihre Entscheidung er­neut und diesmal um ein halbes Jahr ver­schoben.

von Walter Hölzel

Eines wurde aber deutlich: K+S wird immer noch nicht darauf verpflichtet, seine Abwässer nach dem Stand der Technik aufzuarbeiten und die massive Ausweitung der Salzaufhaldung wird akzeptiert. Damit lassen die Minister das Unternehmen mit seinen Problemen alleine. Wir haben schon lange den Eindruck, dass sich K+S nicht aus eigener Einsicht und eigener Kraft sowie ohne Druck aus der selbstverschulde­ten Entsor­gungsmisere befreien kann.

Zur Erinnerung: Die EU-Kommission wendet sich zum Schutz des Wassers gegen die Aufhal­dung von Salzrückständen

2014 hat die EU-Kommission den spanischen Behörden mit einer Klage vor dem EuGH gedroht. Dem dorti­gen Kalihersteller Iberpotash wurde daraufhin die Salzaufhaldung untersagt und der Rückbau der Halden angeordnet. Das Unternehmen will sich mit Investitionen von 800 Mio. Euro auf die geänderten Rahmen­bedingungen einstellen. 2016 wurde eine moderne Salzaufbereitungsanlage in Betrieb genommen, eine wei­tere Anlage wird gebaut.

Der EU-Kommission geht es in Spanien offenbar nicht schnell genug. Im Januar 2018 droht sie erneut mit ei­ner Klage:

European Commission – Fact Sheet

January infringements package: key decisions

Brussels, 25 January 2018 (…)

Water: Commission requests SPAIN to respect the EU rules on extractive waste and wa­ter

The Commission decided today to send a reasoned opinion to Spain due to concerns for the handling of saline waste in Súria and Sallent.The Commission is of the opinion that regional aut­horities need to ensure that the extractive waste facilities fully comply with the Extractive Waste Directive (Directive 2006/21/EC), and to implement the necessary measures to improve water quality in the Llobregat River basin as required by the Water Framework Directive (Directive 2000/60/EC). The current situation continues to cause serious environmental pro­blems resul­ting from potash extraction. The Spanish authorities have two months to reply. In case of an un­satisfactory response, the Commission may refer the case to the Court of Justice of the EU.

Die K+S AG versucht einen ganz anderen Weg

Mit dem 2008 aufgelegten „360-Mio. Euro Maßnahmenpaket zum Gewässerschutz“ verlagert das Unterneh­men seine Abfälle vermehrt auf die Rückstandshalden. Eine Reduzierung des Salzabstoßes war nicht vorge­sehen. Die für 2015 angekündigte „Halbierung der Salzbelas­tung der Werra“ konnte deshalb nicht erreicht werden, das „Maßnahmenpaket“ musste als „Gewässer­schutzmaßnahme“ notwendig versagen.

Eine vermehrte Aufhaldung von Rückstandssalzen bedeutet, dass zunehmend mehr Haldenlaugen anfallen. Sie werden in die Werra geleitet und sie gelangen als Sickerwässer in den Untergrund. Zusammen mit den Rü­ckläufen bereits „entsorgter“ Salzwässer aus dem Untergrund schränken sie die Aufnahmefähigkeit der Werra für Produktionsabwässer ein. Seit 2015 musste deshalb mehrmals die Produktion im Werra-Fuldare­vier ein­gestellt werden. Die K+S AG hat offenbar nicht damit gerechnet, so schnell von den eigenen Feh­lern ein­geholt zu werden.

Das K+S-Entsorgungskonzept verlangt aber eine erhebliche Erweiterung der bestehenden Halden, die, je nach Szenario, um 50 bis 100% anwachsen sollen. Für das Werrarevier hat K+S eine Verdopplung der Hal­denlaugen von 2,0 auf 4,2 Mio. Kubikmeter bis zur Betriebseinstellung angekündigt. Auch die Halde in Zielitz soll sich etwa verdoppeln, in Giesen bei Hildesheim soll sogar für die Wiedereröffnung der Grube Siegfried eine neue Rückstandshalde angelegt werden.

Dort zeigte sich kürzlich, wie rabiat die K+S-Pläne vorangetrieben werden. Der eigentlich zuständige Kreis­tag des Landkreises Hildesheim hatte seine Einvernehmenserklärung zunächst zurückgestellt, weil noch Un­klarheiten bestanden, insbesondere hinsichtlich der Belastung des Grundwassers und der Vorbelastung durch die Althalde. Anfang November hat der niedersächsische Umweltminister den Landrat angewiesen, die Einvernehmenserklärung zu unterschreiben. Das hat der Landrat auch getan, allerdings mit dem schriftli­chen Hinweis, dass er sein pflichtgemäßes Ermessen wegen der willkürlichen Eingrenzung des Untersu­chungsbereichs und deshalb unzureichender Informationen nicht habe ausüben können.

Die K+S AG will also weder die Salzaufhaldung einstellen noch die Halden zurückbauen. Sie versichert jetzt, sie werde in den folgenden 60(!) Jahren die Rückstandshalden im Werrarevier abdecken und sie könne da­mit den Anfall von Haldenlaugen um 90% reduzieren. Das zielt darauf ab, dass die steigende Menge an Hal­denlaugen es verhindert, die Ziele der Wasserrahmenrichtlinie in der Werra zu erreichen. Bleiben wir einmal bei den offensichtlichsten Ungereimtheiten: eines der Probleme sind die steilen Haldenflanken. Es gibt welt­weit keine derartige Halde, bei der eine Abdeckung mehr als zehn Jahre standfest geblieben ist. Auch K+S hat 2010 beim Abrutschen der Haldenabdeckung in Bokeloh entsprechende Erfahrungen gemacht.

Allein der lange Zeitraum bis zur Fertigstellung macht eine Überprüfung der Machbarkeit und Wirtschaftlich­keit un­möglich. Der Vorschlag, die Halden abzudecken, kann weder überzeugen noch die aktuellen Proble­me lösen.

Für die Ablagerung von Bergbauabfällen und die Inanspruchnahme der Gewässer gilt in allen EU-Mitglieds­staaten derselbe Rechtsrahmen, nämlich die Richtlinien 2006/21/EC und 2000/60/EC. Darauf beruft sich die EU-Kommission im Falle des spanischen Kaliherstellers Iberpotash. Weder K+S noch die Bundesregierung können davon ausgehen, dass die Kommission in Deutschland auf eine symmetrische Rechtsdurchsetzung verzichten wird. Dies würde nämlich das Einschreiten der Wettbewerbskommission erzwingen – mit unab­sehbaren Folgen für die K+S AG. Die deutsche Politik ist dringend aufgefordert, K+S auf die Einhaltung eu­ropäischer Richtlinien zu verpflichten. Das haben die Umweltminister der Anrainerländer mit ihrem aktuellen Handeln wieder versäumt. Sie könnten damit die Hoffnung erwecken, K+S würden bei der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie Ausnahmen und Vorteile gewährt. Die Kommission hatte dies 2015 abgelehnt, „weil die hierfür erforderlichen Voraussetzungen nicht vorliegen“.

Zur Erinnerung: die K+S-Entsorgung entspricht nicht dem Stand der Technik – soll das so blei­ben ?

Noch 2007 hatte die K+S AG verkündet, es sei technisch unmöglich, den Salzabstoß des Unternehmens zu reduzieren (1). „Dazu müssten die Naturgesetze geändert werden“, so der damalige Leiter F+E der K+S AG am „Runden Tisch“ im Jahre 2008.

Schon ein Jahr später konnte die Werra-Weser-Anrainerkonferenz nachweisen, dass es keineswegs die Na­turgesetze sind, welche die Möglichkeiten des Unternehmens eingrenzen (2). 2012 hat die K-UTEC AG auf un­sere Anregung ein Konzept für die Aufarbeitung der K+S-Abwässer vorgelegt, das eine abstoßfreie Kali­produktion im Werrarevier ermöglicht hätte (3). Die Vorschläge wurden 2013 (4) und 2014 (5),(6) verbessert und schließ­lich von Prof. Dr. Quicker (RWTH Aachen) (7) und vom Umweltbundesamt (8) hinsichtlich ihrer technischen und wirtschaftlichen Machbarkeit bestätigt. Mit dieser Anlage wäre es im Werrarevier möglich gewesen, bis 2021 eine Kaliproduktion ohne Abstoß von Salzen zu realisieren und ab 2027 die Qualitätszie­le der Wasserrah­menrichtlinie zu erreichen (9). Produktionsunterbrechungen müsste das Unternehmen nicht mehr befürchten.

Mehr noch: im Jahre 2014 haben die Stadtwerkeunion Nordhessen (SUN) und der Anlagenbauer General Electric (GE) dem Unternehmen angeboten, ihre Abwässer als Dienstleistung aufzuarbeiten, die enthaltenen Wertstoffe zu gewinnen und die verbleibenden Reststoffe für einen gefahrlosen untertägigen Versatz vorzu­bereiten (10). Die SUN wollte die Anlage als „Energiesenke“ für ihre Überschüsse bei der „regenerativen“ Stromgewinnung verwenden, GE wollte die Anlagen in Unterbreizbach (Thüringen) bauen und betreiben. Die neue Fabrik hät­te 300 Arbeitsplätze geschaffen.

Die „KKF-Anlage“ – viel Geld für wenig Effekt

Den Vorschlag hat K+S abgelehnt, ebenso wie die Verfahrenskombination der K-UTEC AG. Stattdessen kündigt das Unternehmen 2014 an, eine selbst entwickelte Anlage bauen zu wollen. Sie erhält den Namen „KKF-Anlage“ und viel mehr Informationen sind bis heute nicht zu bekommen. Sie wurde Anfang 2018 fertig­gestellt, war aber offenbar nicht geeignet, die im Herbst 2018 erneut notwendig gewordenen Betriebsstille­gungen zu vermeiden. Das kann nur bedeuten, dass der von der K-UTEC AG vorgebene Stand der Technik von der KKF-Anlage nicht erreicht wird. Sie ist technisch offenbar noch nicht einmal auf dem Stand der Iber­potash-Aufbereitungsanlage von 2016, weil sie das Natriumchlorid nicht als hochreines Industriesalz ge­winnt. Nach K+S-Angaben ist dieser Wertstoff so verunreinigt, dass es als Abfall aufgehaldet werden muss.

Angeblich kann die KKF-Anlage „1,5 Millionen Kubikmeter Salzwässer einsparen“. Diese Angabe täuscht darüber hinweg, dass tatsächlich 1,5 Mio. cbm Abwasser in die Werra eingeleitet werden müssen. Hinzu­rechnen ist das aufgehaldete Natriumchlorid. Für dessen Menge gibt es keine Angaben von K+S, es dürften aber nicht weniger als 500.000 Tonnen/Jahr sein. Daraus entstehen auf den Halden zusätzliche 1,5 Mio. cbm an Hal­denlaugen. Tatsächlich kann die KKF-Anlage den Salzabstoß des Unternehmens nur um höchs­tens 5 bis 10 % vermin­dern. Das ist zu wenig, um die Probleme des Unternehmens zu lösen.

Neuerdings zeigt sich das Unternehmen reuig: „In der Vergangenheit glaubten wir, wir könnten alle Proble­me selbst lösen„, wird der Vorstandsvorsitzende Burkhard Lohr in den Finanznachrichten am 22.11.2018 zi­tiert. „Zudem habe der Konzern an einmal gefundenen Lösungswegen festgehalten. Inzwischen habe man aber eingesehen, dass für die Lösung bestimmter Probleme externe Unterstützung nötig sei…“

Das ist einerseits als milde Kritik an Mitarbeitern zu verstehen, die für ein desaströses Entsorgungskonzept verantwortlich sind. Andererseits ist es weniger als die halbe Wahrheit, denn K+S will jetzt immer noch nicht diejenigen Verfahren der K-UTEC AG umsetzen, deren Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit immerhin nachge­wiesen sind. Zwar ist jetzt tatsächlich die K-UTEC AG beauftragt worden, aber sie soll mit der „Umkehrosmo­se“ ein Auf­arbeitungsverfahren entwickeln, das noch weitgehend experimentell ist und dessen Umsetzbar­keit erst in ei­nigen Jah­ren beurteilt werden kann. K+S sieht sich nicht in der Lage, Ziele und Fristen anzuge­ben oder sich gar dar­auf zu verpflichten (11).

In diesem Zusammenhang darf man nicht vergessen, dass K+S in den vergangenen Jahren keineswegs auf auswärtigen Sachverstand verzichtet hat. Schon im „Pilotprojekt Werra-Salzabwasser“ (2005-2007) und am sogenannten „Runden Tisch“ (2008-2011) hat das Unternehmen Dutzende von Gutachtern aufgeboten. Lei­der haben diese Gutachter nur die Auffassung der K+S AG bestätigt, dass eine Verringerung des Salzabsto­ßes technisch und wirtschaftlich nicht möglich sei. Das hat dem Unternehmen nicht genutzt…..

Nach 2021 wird es richtig schwierig

Hauptproblem der K+S AG ist nicht der Entsorgungsnotstand an der Werra. Mit Investitionen von 800 Mio. Euro könnte man den Salzabstoß der Werke ausreichend vermindern, zusätzliche 550.000 Tonnen des Spe­zialdüngers Kaliumsulfat gewinnen und den Jahresgewinn um 100 Mio. Euro steigern (12). Auch der viel kleinere Kalihersteller Iberpotash will in Katalonien 800 Mio. Euro investieren, um den gesetzlichen Anforde­rungen nachkommen zu können. Ein größeres Problem wäre schon das eigene Management, das keine Lö­sung für die Entsorgungsschwierigkeiten gefunden hat und das einer Lösung möglicherweise weiter im We-ge steht.

Die eigentlichen Schwierigkeiten liegen aber im Marktumfeld, nämlich in der weltweiten Überproduktion von Kaliumchloriddünger.

Nach den extremen Preissteigerungen in den Jahren 2007 und 2008 haben viele Länder versucht, sich von den großen Kaliproduzenten und -kartellen unabhängig zu machen und sie haben eigene Lagerstätten er­schlossen. Diese neuen Gruben verwenden die modernste Technik, sogar Schwellenländer praktizieren eine abstoßfreie Produktion. Andere Kalihersteller haben ihre Produktion erhöht und hofften auf steigende Gewin­ne. Dazu gehört auch die K+S AG, die in Kanada eine neue Mine eröffnet hat. Dort ist ein Kapital von rund 4 Mrd. US$ gebunden.

Die Überpoduktion hat schon 2015 die Preise wieder einbrechen lassen. Kalidünger war nur noch unter den Gestehungskosten zu verkaufen. In dieser Situation hat der kanadische Konkurrent PCS der K+S AG ange­boten, sich zu vereinigen und die kanadische Legacy-Mine des Unternehmens vorerst nicht in Produktion gehen zu lassen. Die Produktion an der Werra sollte dagegen wegen des hohen Sulfatgehalts der Rohsalze und der dort erzeugten „Spezialitäten“ weitergehen. Mit den „Spezialitäten“ sind auch die bereits erwähnten jährlichen 550.000 Tonnen an Ka­liumsulfatdünger gemeint, die K+S jährlich mit seinen Abwässern vernichtet hat und die mit den Verfahren der K-UTEC AG gewonnen werden könnten. Die Nachfrage nach diesem chlo­ridfreien Dünger kann nicht gedeckt werden, die Preise steigen ständig. Die bereits erwähnte KKF-Anlage der K+S AG kann den Sulfatanteil der Abwässer nur zu einem geringen Anteil gewinnen.

Sie erinnern sich sicher, dass K+S auch dieses Angebot nicht angenom­men hat, mit der Folge, dass der Ak­tienwert des Unternehmens eingebrochen ist und sich halbiert hat.

Die Ausweitung der Kaliproduktion ist noch nicht beendet.

Tatsächlich werden weiter neue und bedeutende Kalivorkommen erschlossen:

„Die Eurochem-Gruppe bleibt auf Wachstumskurs. Der internationale Konzern mit Sitz in Zug (Schweiz) investiert aktuell massiv in die Kaliproduktion. In Usolskij (russische Region Perm, Ural) ist auf der grünen Wiese eine moderne Mine entstanden. Diese hat ihren Test abge­schlossen und steigt in die Produktion ein. Eine zweite neue Mine, Volgakaliy, befindet sich in der Region Wolgograd im Südwesten Russlands. Dort soll die Testproduktion in Kürze anlau­fen.“ Land + Forst, 48, 29.11.2018

Diese neuen Kaliminen haben es in sich. Die Rohsalze haben einen Kalianteil von 30,8 Prozent, die Geste­hungskosten sollen bei 100 US $/Tonne liegen. Für die Werke der K+S AG werden dagegen Gestehungs­kosten von 150 bis 200 US $/Tonne angenommen. Ab Mitte der 2020er Jahre soll die Produktion auf 8,3 Mio. Tonnen pro Jahr ansteigen – das sind 10% der derzeitigen Weltproduduktion. Per Bahn können die Hä­fen an der Barentssee, am Schwarzen Meer und an der Ostsee erreicht werden. Von dort beliefert Euro­Chem dieselben Märkte wie die K+S AG. Das wird nicht ohne Auswirkungen bleiben.

Natürlich kann man in neuen Betrieben kostengünstiger produzieren als in alten Gruben. Man muss sich nur vor Augen halten, dass an Werra und Fulda die gesamte alte Infrastruktur aufrecht erhalten werden muss, weil die Hohlräume nicht durch Versatz der Abfälle verfüllt werden. Die K+S AG will sich mit dem Programm „Shaping 2020“ auf den Kostendruck einstellen. Aber die Lohnkosten und die Gruben und Aufbereitungsan­lagen dürften nicht die einzigen Kostentreiber sein. Was soll man von einem Kalihersteller hal­ten, der jährlich 550.000 Tonnen des begehrten Sulfatdüngers mit dem Abstoß seiner Abwässer vernichtet, statt in moderne Technik zu investieren?

Leider gibt es von der deutschen Politik zu wenig Anreize für die K+S AG, sich den Herausforderungen zu stellen. Die Umweltminister der Anrainerländer haben im Dezember 2018 hierfür ein weiteres Beispiel gelie­fert.

Anmerkungen:

(1) Pilotprojekt Werra-Salzabwasser, Abschlußbericht Jan. 2007

(2) W. Hölzel/WWA Der Stand der Technik in der Kali-Industrie, April 2009

(3) H. Marx et al., K-UTEC AG, Überlegungen zur abstoßreduzierten bzw. abstoßfreien Produktion von Salzen, Vortrag Kassel 18.09.2012

(4) H. Marx et al., K-UTEC AG, Überlegungen zur Aufbereitung der Abstoßlösungen des Werkes Werra, Vortrag 24.09.2013

(5) H. Marx et al., K-UTEC AG, Überlegungen zur Aufbereitung der Abstoßlösungen des Werkes Werra, Vortrag 21.01.2014

(6) Landtag NRW, Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt, Naturschutz, Landwirtschaft und Verbrau­ cherschutz, Protokoll der 34. Sitzung vom 19.11.2014 „Rohstoffrückgewinnung ist sinnvoller als der `’Salzpipelinebau“ zur Nordsee, Antrag der Fraktion der CDU, Drucksache 16/6135, Öffentliche Anhö­rung von Sachverständigen, S. 24 ff., APr/733

(7) Prof. Dr. Quicker, RWTH Aachen, Entsorgung von Kaliabwässern durch Eindampfung, Juli 2013

(8) Umweltbundesamt, Versalzung von Werra und Weser – Beseitigung der Abwässer aus der Kali­ produktion mittels „Eindampflösung“, Oktober 2014

(9) W. Hölzel/WWA, Dreistufenplan zur Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie in der FG Weser, 05.11.2014

(10) Landtag NRW, a.a.O., S. 26

(11) W. Hölzel, Außer Spesen nichts gewesen – Der „Kasseler Umweltfrieden“ Waterkant Dezember 2018

(12) Kalkulation in: Marx 2014