Ohne Speck auf Mäusefang – Der „Kasseler Umweltfrie­den“

Salzblog 25

von Walter Hölzel

Hintergrund

Die im Jahre 2000 in Kraft getretene EU-Wasserrahmenrichtlinie (EU-WRRL) verlangt von Unternehmen und Kommunen, ab 2015 nur noch so viele Reststoffe in Grundwasser und Oberflächengewässer einzuleiten, dass dort der „gute ökologische und chemische Zustand“ als Qualitätsziel erreicht wird. Das Unternehmen K+S schien einen anderen Weg gehen zu wollen.

Im Jahr 2003 wurde auf Antrag des Unternehmens der Grenzwert für die Wasserhärte (hier: der Magnesiumgehalt) noch einmal verdoppelt. Im Pilotprojekt „Werra-Salzabwasser“ wurde 2007 deutlich, dass K+S die Ziele der EU-WRRL nicht erreichen, sondern deren Ausnahmeregelungen in Anspruch nehmen wollte.

Ein K+S-Maßnahmenprogramm aus dem Jahre 2008 sieht vor, die Verpressung von Abfalllaugen in den Untergrund fortzusetzen, aber den Abstoß von Salzen nicht zu verringern. Durch eine Umstellung der Produktion wurden vermehrt feste Rückstände auf Halden abgelagert und so der Anfall von flüssigen Abfällen gestreckt.

Aus dem Untergrund und von den Halden gelangen aber angeblich bereits entsorgte Rückstände wieder als „diffuse Einträge“ und „Haldenlaugen“ in die Werra. Das Hessische Landesamt für Umwelt und Geologie teilte schon 2006 mit, dass wegen dieser Rückläufe die Grenzwerte in der Werra bei Niedrigwasser überschritten werden.

Es war also klar, …

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